Übergewicht ist bei Kindern mit Fußfehlstellungen besonders kritisch

Das Thema Übergewicht bei Kindern ist auch im Zusammenhang mit Fußfehlstellungen zunehmend aktuell, denn in allen Industrienationen nimmt die Zahl der übergewichtigen Kinder zu. Mindestens 41 Millionen Kinder im Alter unter fünf Jahren sind übergewichtig oder fettleibig, so eine aktuelle Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Man braucht dazu nicht mehr den Blick in die USA werfen. Mittlerweile sind auch hierzulande ca. 15 % aller Kinder zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig (Netdoktor.de). Damit ist der Anteil der dicken Kinder seit den 80er Jahren um die Hälfte gestiegen; mit 6% tritt die krankhafte Fettleibigkeit – Fachbegriff: Adipositas – bei Kindern sogar doppelt so häufig auf.

Besondere Belastung für Kinder mit Fußfehlstellungen

Dicke Kinder haben es nicht leicht: In der Schule werden sie gehänselt. Im Sport gelten sie als Nieten. Vor allem haben sie ein deutlich erhöhtes Risiko für andere Krankheiten wie Diabetes, Gallensteine oder Gelenkverschleiß. Krankheiten, die bis ins Erwachsenenalter hineinreichen. Das gilt für alle Kinder. Aber Menschen mit Gehbehinderung müssen besonders auf ihre Ernährung achten. Sie dürfen nicht zu schwer sein, wenn ihre Füße sie über Jahrzehnte tragen sollen.Dicke-kinder1Übergewicht ist im Zusammenhang mit Fußfehlstellungen besonders kritisch, denn bei Kindern werden Belastungen vor allem durch Deformitäten kompensiert. Das Gewicht drückt von oben auf die Problemstellen und verstärkt insbesondere Fußdeformitäten (z.B. Klump-, Spreiz- oder Senkfuß), Hüftgelenksveränderungen und schwerwiegende Abweichungen von der korrekten Gelenkachse, also etwa X- oder O-Beine. Zudem steigt die Gefahr, vorzeitig an Arthrose zu erkranken.

Ursachen sind klar: zu viel Essen und zu wenig Bewegung

Kinder kommen in der Regel nicht übergewichtig auf die Welt. Viele nehmen aber bereits im Kindergarten und in der in der Schule übermäßig an Gewicht zu. Die Gründe dafür sind lange bekannt: Vor allem ungesundes Essen und gleichzeitig zu wenig Bewegung. Anstatt zu toben, Fußball oder Verstecken zu spielen, hocken die Kinder heutzutage lieber zu Hause, schauen fern, spielen mit Handys oder dem Computer. Dabei geraten sie schnell in einen Teufelskreis: Weil sie sich wenig bewegen, nehmen sie zu. Und weil sie zugenommen haben, bewegen sie sich noch weniger. Hinzu kommt, dass fettige und süße Sachen oft höher im Kurs stehen als Obst oder Müsli.

Eine wesentliche Rolle liegt bei den Eltern

Vieles Unleid lässt sich schon durch kleine aber rechtzeitige Veränderung der Lebensart vermeiden. Dabei spielen Eltern eine wesentliche Rolle. Sie leben vor, was die Kinder nachmachen. Unter Umständen legen sie bereits im Säuglingsalter den Grundstein für die späteren Gewichtsprobleme des Kindes, indem sie auf jedes Schreien mit Flasche oder Brust reagieren. Stattdessen lässt es sich auch mal mit Streicheln und Schaukeln beruhigen. Später ist dann die Gefahr groß, zu Fertiggerichten und verarbeiteter Nahrung wie Hamburger, Fischstäbchen und Pommes zu greifen, nur um zwei Beispiele zu nennen. Auch in den Schulkantinen sind häufig Burger und Pommes im Angebot und natürlich immer wieder Getränke mit Zucker.

Neben der Ernährung leben die Eltern auch vor, wie (oft) sich das Kind bewegt. Ist es in dem Haushalt üblich, Sport zu treiben, Treppen zu steigen oder sitzen die Eltern selbst gerne und oft mit der Tüte Chips vor dem Fernseher?

Bewegung und ausgewogene Ernährung macht Spaß!

Der Schlüssel zum Vermeiden von Übergewicht liegt im Bewusstsein beim Verhalten. Hilfreich ist Bewegung als selbstverständlichen Teil des täglichen Lebens zu sehen, zusätzlich selber kochen mit ausgewählte Zutaten – am besten BIO. Das Kind erhält alles Nötige und zudem macht es Spaß. Im Idealfall isst das Kind drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten am Tag. Mit Hilfe der Pausen lernt es, Hunger- und Sättigungsgefühle zu unterscheiden. Als Snacks eignen sich frisches Obst, Gemüse und Magermilchprodukte. Den Löwenanteil der Nahrung sollten pflanzliche Lebensmittel ausmachen, vor allem Gemüse und Obst sowie Vollkornprodukte, ergänzt durch fettarme Milchprodukte, mageres Fleisch sowie Fisch. Fett- und zuckerreiche Lebensmittel sollten eher selten auf dem Speiseplan stehen. Zum Trinken eignen sich Mineralwasser, ungesüßte Frucht- und Kräutertees sowie Fruchtsaftschorlen. Milch, Joghurtdrinks und unverdünnte Säfte sind keine geeigneten Durstlöscher.

Auf Süßigkeiten komplett zu verzichten ist aus psychologischen Gründen nicht unbedingt Sinnvoll. Eltern können versuchen, das Essen von Süßem zu einen Ritual zu machen. Sie könnten ihr Kind beispielsweise nach dem Essen selbst eine Süßigkeit aussuchen lassen.

BMI Rechner für Kinder

Um zu prüfen, ob der Sprössling zu viel auf die Waage bringt, kann der BMI Rechner für Kinder hinzugezogen werden, wobei Alter, Körpergröße Geschlecht und das aktuelle Körpergewicht zur Berechnung herangezogen wird (BMI Rechner).

BMI BeispielPerzentilkurven für den BMI helfen das Ergebnis einzuordnen. Der eigene Wert lässt sich darin im Verhältnis zu den Idealwerten ablesen. Sie bieten eine hervoragende Basis um entsprechend der Notwendigkeit zu steuern.

 

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1 Comment

  1. Clarissa D.

    Danke, übergewicht ist ein guter Punkt, der gerne etwas untergeht. Dabei ist es total logisch: mehr Gewicht drückt mehr af die Füsse..

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