Das Zürcher Konzept der Klumpfusstherapie

Immer mehr Eltern und Therapeuten sind vom Zürcher Konzept der manuellen Klumpfußtherapie überzeugt. Die Methode wurde in den letzten zwei Jahrzehnten von Ursula Issler in Zürich entwickelt. Sie ist eine intelligente Melange aus den verschiedenen bekannten Therapieformen, ergänzt mit methodischen Weiterentwicklungen, gefüttert mit modernen Erkenntnissen. Sie weist erstklassige Ergebnisse auf und verzichtet dabei auf die üblichen Fuß-Operationen mit den oft mit ihnen einhergehenden Folgeerscheinungen. Dabei ermöglicht sie betroffen Kindern ein normales Aufwachsen, ein klares Alleistellungsmerkmal in der Therapie-Landschaft.

 

Zürcher Konzept

Das physiotherapeutische Konzept hat den Vorteil, dass die Kleinkinder bereits direkt ab Geburt in kurzen Intervallen behandelt werden und nur manuelle Redression, elastische Tapebänder und Unterschenkel Gipse benötigen. Bei diesem frühzeitigen Therapiebeginn können chirurgische Eingriffe in der Regel vermieden werden. Zudem wird die psychomotorische Entwicklung des Säuglings nicht behindert, anders als bei der statischen Methode mit ihrer längeren Fixierung durch Oberschenkel Gipse und den beidbeinig immobilisierenden Schienen.

Auch für diese Methode gilt: Diese Methode ist nur so gut, wie die Therapeuten, die nach ihr behandeln. Die Erfolge des Konzeptes der manuellen Zürcher Klumpfusstherapie sprechen für sich. Der wesentliche Nachteil der physiotherapeutischen Behandlung liegt aber in der Tatsache, dass nur wenige Therapeuten diese Technik auf dem notwendigen Niveau beherrschen.

Methode

Frau Frederique Bonnet Dimeglio entwickelte in den vergangenen 30 Jahren in Frankreich eine ganzheitliche Methode zur Behandlung des kindlichen Klumpfusses. Die Fehlstellung wird bei ihr durch feine manuelle Techniken und präzis angelegte elastische Tapebänder korrigiert. Ihre Inspiration basierte auf den Arbeiten zweier bedeutender Kinderorthopäden. Den Grifftechniken liegt die Philosophie von Professor Ignatio Ponzeti aus USA zu Grunde. Die Bandagentechnik beruht auf der Philosophie von Professor Henry Bensahel aus Paris.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Behandlung mit Gips und Orthesen, die den Fuss ruhig stellt, steht bei Frau Bonnet Dimeglio’s Methode Funktionalität und Dynamik des Fusses mit seinem Gewebe ergänzend zur Korrektur der Knochen- und Gelenkstellungen.

Im besonderen bei Kindern mit noch komplexeren Fehlbildungen, bei denen auch Knie und Hüftgelenke betroffen sind wie zum Beispiel bei Arthrogryposis multiplex, hat diese Methode grosse Vorteile. Bei dieser Korrektur der Füsse können die grossen Gelenke behandelt, gelagert und in ihrer Entwicklung gefördert werden.

Therapie

Ein früher Behandlungsbeginn, möglichst in den ersten 24 bis 48 Stunden nach der Geburt, ist entscheidend für das spätere Resultat. Je jünger ein Säugling ist, desto weicher ist sein Gewebe und desto weniger ausgereift ist der Tonus der Muskulatur.

Die Behandlung in den ersten Wochen ist am effizientesten und daher in dieser Phase das Behandlungsintervall am kürzesten. Am Anfang sind je nach Schweregrad mindestens 3 Behandlungen pro Woche notwendig. Meist ist in den ersten Wochen und Monaten eine beachtliche Korrektur möglich. Bei erfolgter Korrektur, in der Regel nach 4 bis 8 Wochen wird die Intensität der Behandlung gekürzt. Zeigt ein Kind Hautüberempfindlichkeiten, so muss das Tape weiterhin oft gewechselt werden. Ein regelmässiges Taping wird in der Regel bis zum Stehbeginn des Kindes durchgeführt, damit die Elastizität des Gewebes erhalten bleibt.

In einzelnen Fällen wird – falls nach 2 bis 3 Monaten intensiver Behandlung weiterhin ein Fersenhochstand vorhanden ist –  zu einer Tenotomie der Achillessehne geraten. Diese wird  unter Narkose durchgeführt.

Eine zusätzliche Qualität zur Entwicklung des kindlichen Fusses lässt sich durch Einbeziehung des Behandlungskonzeptes von Barbara Zukunft-Huber erzielen.

Entscheidend für das Verhindern eines Rezidives ist eine konsequente Nachbehandlung des Fusses mittels einer leichten Kunstoff Orthese, die nachts getragen wird. Die Orthese entspricht in Form und Qualität der finalen Gipsschale. Meistens genügt eine Unterschenkelschiene. Droht ein Verlust der Derotation des Fusses so muss eine Oberschenkelschiene eingesetzt werden. Bestandteil dieser Methode ist, dass die Eltern einen Part übernehmen. Die Eltern werden angeleitet abends vor dem Anlegen der Schiene kleine Handgriffe zum Erhalten des bereits erreichten zustandes durchgeführt.